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Beziehung

1 - 6 Jahre, Beziehung, Bindung, Spiel, Spielen, Wertschätzung

Dear Menschheit,

25. März 2021

Dear Mr. President, dear Menschheit, 

Gestern habe ich eine Szene beobachtet, die mich sehr nachdenklich gemacht hat. Eine Gruppe von 12 Kindern im Alter von 2 – 3 Jahren war mit zwei Betreuungspersonen unterwegs.

Diese Momentaufnahme hat mich an die frühere Anna erinnert. Ich war auch früher nie lieblos mit den Kindern, ich habe sie getröstet, wenn sie geweint haben, habe Angebote gemacht und immer mein Allerbestes gegeben!! 

Dennoch war mein Agieren auf einer Macht basierend, reglementierend und ein nicht-gewähren-lassen, da wo es definitiv möglich gewesen wäre. 

Ich bin selbst heute noch noch manchmal ungehalten und ungeduldig mit Kindern. Wie soll man auch solche Situationen wuppen…? 12 kleine Kinder betreuen zu zweit? Oder sogar mehr? 

Es ist eine Meisterleistung, das wertschätzend zu machen, alle individuell zu sehen und immer die Kontrolle zu behalten!!

Wenn so viel Druck da ist und keine Zeit, machen wir Dinge, die alles andere als wertschätzend und entwicklungsfördernd sind. Ich möchte aber liebevoll und gleichwürdig mit Kindern umgehen. Ich möchte keine Wenn-dann-Sätze mehr benutzen und nicht ständig keine Ruhe und keine Zeit für die einzelnen Kinder haben.

Betreuungsschlüssel

Ist eine Mutter oder ein Vater mit 4 Kindern im Alter unter drei unterwegs, verstehen wir schnell, dass das überfordernd ist. Bei Pädagog*innen ist das aber normal…

Ich habe viel gesehen in Kita und Schule, viel hospitiert und ich bekomme täglich (!!) Nachrichten, die mir ähnliche Szenen und genau diese Thematik schildern. „Wie kann ich nur mit so vielen Kindern beziehungsorientiert, gleichwürdig, altersgerecht und wertschätzend agieren?“

Nachdem ich gestern dieses Erlebnis geteilt habe, kann man sich nicht vorstellen, wieviele Reaktionen bei mir eingegangen sind…

Kollegen und Kolleginnen wollen diesen (eigentlich so wunderbaren Job) hinwerfen, weil sie es nicht mehr schaffen! Oder sich einfach nicht wohl fühlen, weil sie oft auf Mechanismen zurückgreifen, die sie nicht wollen, aber aus Überforderung wählen…

Kinder brauchen eine gute Führung und Liebe

Es geht hier übrigens nicht um Antiautorität oder eine Laissez-Faire Haltung. Kinder brauchen jemanden, der sie führt, die Alpha Rolle übernimmt und ihnen zeigt, wie unsere kleine Welt funktioniert.

Sie brauchen  allerdings niemanden, der sie unterbuttert. Der sie hart macht fürs Leben.

Wir sind als Erwachsene keine gute Begleitung für Kinder, wenn wir Situationen und Konflikte nur lösen können, indem wir drohen, wenn-dann Sätze gebrauchen, weil es sonst nicht funktioniert. 

Warum reagieren wir als Erwachsene aber immer wieder so? 

Weil wir selbst so erzogen wurden!!! Von unseren Eltern und die von ihren Eltern und die von ihren, …. Und von Lehrern und Lehrerinnen, die so mit uns agierten. Sie konnten uns nicht sehen und haben uns autoritär erzogen und geprägt! Darauf greifen wir in Stresssituationen zurück.

Reflektieren und hinter sich lassen

Es ist ein Weg dieses Muster unserer eigenen Kindheit hinter uns zu lassen!  Ich habe das auch über viele Jahre hinweg gelernt… Das ist ein längerer Prozess gewesen, den ich durch gute Mentorinnen und Bücher bewerkstelligt habe. Oder immer noch dabei bin, dies zu tun…!

Und ich habe mir ganz neu  (und auf eigene Kosten) angeeignet und gelernt, wie Kinder wirklich sind, was sie brauchen und wie wir sie gut, liebevoll und wertschätzend begleiten dürfen. 

Ich fände ich es ziemlich schlau von uns als Gesellschaft, wenn wir das direkt Menschen in der Ausbildung und im Studium beibringen. Und sie dann permanent begleiten, das ist nämlich sehr wichtig in diesem Job! 

Was wir brauchen

Also, ich notiere mal kurz zusammenfassend, was wir brauchen und was absolut machbar und möglich wäre:

Eine kleine Bestellliste:

Wir brauchen eine gute, fundierte, auf neuen Erkenntnissen beruhende Ausbildung für Erzieher*innen und Lehrer“innen. 

Wir brauchen Supervision, Fortbildungen und präventive Maßnahmen.

Wir brauchen einen anderen Personalschlüssel und zwar für Krippe, Kita und Schule/Hort. So dass wir entwicklungsgerecht (!!!) arbeiten können und Bindung und Beziehung möglich ist !!!!

Dieser Job ist einer der wichtigsten in unserer Gesellschaft!!!! 

Wir brauchen eine neue Würdigungt für diesen Beruf. Wir brauchen auch endlich eine bessere Bezahlung und ein attraktives System. Dann werden sich nämlich viele junge Menschen darum reißen, mit Kindern zu arbeiten und der Fachkräftemangel ist Vergangenheit. 

Schlichtweg wir brauchen viel mehr Bewusstheit und Investition in unsere Kinder!!!

Liebe Mitmenschen, liebe Politiker, liebe Politikerinnen, liebe Chefs, liebe Welt

Wir werden nicht müde uns für Kinder einzusetzen und ihnen trotz der Bedingungen würdevoll, wertschätzend und gleichwürdig zu begegnen, obwohl die Rahmenbedingungen so so unoptimal sind. 

Aber wir fordern ein Umdenken! Bis dahin gehen mit gutem Beispiel voran!!

Deine Pink Anna

PS: Bitte schreibt in die Kommentare Verbände, Aktionen und Menschen, die sich bereits dafür einsetzen!! Lasst uns verbinden und vernetzen und das Gute sehen, was schon geschieht! 

Lasst es uns anders machen. Lasst uns voran gehen!!!  Liebe, Liebe, Liebe

Beziehung, Werte, Wut

Was tun, wenn Kinder Krieg spielen

8. März 2018

Ich sitze in der Teambesprechung am Tisch und alle Augen sind auf mich gerichtet. Eigentlich habe ich das Gefühl, ich sitze auf der Anklagebank. 

Eine Kollegin erhebt das Wort: „In letzter Zeit rennen die Jungs hier durch die Gänge und haben aus Lego gebaute Waffen dabei und spielen Krieg.“ Eine andere Kollegin meldet sich nun auch zu Wort: „Das wollen wir hier jawohl nicht. Wir sind eine friedliche Schule und ich verbiete das meinen Kindern in der Gruppe.“

„Die Kinder, die mit den Waffen herumrennen, diese Kinder sind aus Annas Gruppe!“ 

Stille.

Alle Augen richten sich nun erwartungsvoll auf mich. Continue Reading…

Aktuelles, Beziehung, Bindung

Anforderungen für pädagogisches Personal senken? Bitte NICHT!

28. April 2017

Liebe Frau Scheeres, ach, und wenn ich direkt dabei bin: liebe Politiker und liebe Politikerinnen,

ich habe vor drei Tagen einen Artikel darüber gelesen, dass sie ab dem ersten Mai 2017 die Anforderungen des Erzieher*innenberufes senken (zum Teil im Grunde gleich ganz weg lassen) wollen.

Ich habe diese Nachricht mit Entsetzen gelesen und auch wenn Sie diese Zeilen wahrscheinlich nie lesen werden, muss ich meinem Unmut nun einen Rahmen geben und schreiben, was mir durch den Kopf (und durch den Bauch) geht. Ich will jetzt gar nicht ewig auf der Politik und falschen Entscheidungen rumhacken, sondern ich will Ihnen erzählen, was ich mir wünsche!

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